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Paul Brandenburg

Untersuchungshaft Berlin-Moabit · festgenommen am 28. Oktober 2026

Paul Brandenburg
sitzt im Gefängnis.
Ohne Urteil.

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Tage in Haft

Paul Brandenburg ist seit 10 Tagen in Untersuchungshaft.

Der Fall in acht Punkten

1Am 28. Oktober wird er am Flughafen festgenommen — vor seinem Kind.

Paul Brandenburg landet am Flughafen BER. Er bringt sein zehnjähriges Kind nach Berlin zurück.

Am Ausgang des Flugzeugs warten Polizisten. Sie wissen, mit welchem Flug er kommt. Sie wissen, wann er landet. Sie wissen, an welchem Gate.

Sie nehmen ihn fest und bringen ihn in das Gefängnis Berlin-Moabit. Dort sitzt er heute noch.

2Es geht um sechs Äußerungen über einen Politiker.

Alle sechs Äußerungen betreffen denselben Mann: Kai Wegner, den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Vier sollen einfache Beleidigungen sein, zwei Verleumdungen im Sinne einer „Majestätsbeleidigung“.

Die Äußerungen sind vom Herbst 2025. Sie sind ein Jahr alt. Seine Partei hat die Wahl am 20. September 2026 verloren — Wegner war da schon nicht mehr Spitzenkandidat. Er führt die Amtsgeschäfte nur noch geschäftsführend.

Alle sechs Äußerungen drehen sich um denselben Vorgang: eine Benefizgala im Juli 2025, moderiert von einem Mann, der wegen Verbreitung kinderpornografischer Schriften bereits rechtskräftig vorbestraft war. Der Hintergrund, mit Daten →

3Er sitzt gar nicht wegen der Äußerungen — sondern weil er sich beim Bürgeramt abgemeldet hat.

Wer vor dem Urteil im Gefängnis sitzt, ist in Untersuchungshaft. Ein Verdacht allein genügt dafür nicht. Es muss ein Haftgrund dazukommen — zum Beispiel, dass der Beschuldigte weglaufen könnte.

Paul Brandenburg wohnt nicht mehr in Deutschland. Er hat sich beim Bürgeramt abgemeldet und hat keine deutsche Meldeadresse mehr. Die Staatsanwaltschaft sagt: Dann ist er flüchtig.

Dabei ist das Abmelden Pflicht. Wer ins Ausland zieht, muss es tun. Wer es versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und zahlt ein Bußgeld. Hier sitzt jemand im Gefängnis, weil er sich an diese Regel gehalten hat.

Mit den sechs Äußerungen selbst beschäftigt sich die Begründung für die Haft inhaltlich nicht.

„Warum Brandenburg sitzt? Weil er sich beim Bürgeramt abmeldete." — Überschrift des Journalisten Boris Reitschuster am 3. November 2026, nachdem er zweimal bei der Staatsanwaltschaft Berlin nachgefragt und Antwort erhalten hatte.

4Gesucht hat ihn niemand. Die Polizei stand am Gate.

Flugnummer, Landezeit, Ausgang — alles war bekannt. Die Beamten standen am Flugzeug und warteten.

Wer dort wartet, hat vorher niemanden gesucht.

5Er kommt regelmäßig nach Berlin. Wegen seines Kindes.

Sein Kind lebt in Berlin. Er kommt regelmäßig und fliegt unter seinem richtigen Namen. Den Behörden war das bekannt.

Die Staatsanwaltschaft nennt diese Besuche trotzdem „unerheblich".

6Sie hatten ein ganzes Jahr Zeit. Eilig war es offenbar nicht.

Die Äußerungen sind vom Herbst 2025. Im August 2026 regte die Polizei den Haftbefehl an. Festgenommen wurde er Ende Oktober 2026.

In diesem Jahr war er viele Male in Berlin. Zugegriffen wurde erst am Flughafen.

7Die Behörde nennt selbst zwei verschiedene Gründe — und das entscheidet alles.

Am Telefon sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft „Fluchtgefahr". In der schriftlichen Auskunft steht „Flucht".

Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei „Fluchtgefahr" muss das Gericht prüfen, ob es auch milder geht:

  • den Pass abgeben,
  • sich regelmäßig bei der Polizei melden,
  • eine Kaution zahlen,
  • eine Adresse benennen, an die die Post geht.

Bei „Flucht" muss das Gericht das alles nicht prüfen. An einem einzigen Wort hängt, ob jemand im Gefängnis bleibt.

8Für Beleidigungen sieht das Gesetz üblicherweise eine Geldstrafe vor, kein Gefängnis.

Für eine Beleidigung sieht das Gesetz bei einem Menschen ohne Vorstrafen üblicherweise eine Geldstrafe vor.

Beim schwereren der beiden Vorwürfe — Verleumdung gegen eine Person des politischen Lebens — nennt das Gesetz als Untergrenze sechs Monate Freiheitsstrafe. Auch die kann in eine Geldstrafe umgewandelt werden.

Dazu kommt eine zweite Regel: Jeder Tag in Untersuchungshaft wird später von der Strafe abgezogen.

Je länger er sitzt, desto mehr von einer möglichen Strafe ist abgegolten, bevor überhaupt ein Prozess begonnen hat. Irgendwann ist die Untersuchungshaft dann keine Maßnahme mehr, um ein Verfahren zu sichern — dann ist sie die Strafe. Nur hat sie kein Richter in einem Urteil ausgesprochen.

Was ihm wörtlich vorgeworfen wird →

Es geht darum, ob ein Mensch überhaupt eingesperrt werden darf, bevor ein Gericht über ihn geurteilt hat. Für Worte. Heute sind es 10 Tage.

Wenn das bei ihm geht, geht es bei jedem.

#FreeBrandenburg

Ich gehe da nicht mit.

Unterschreiben heißt nicht, dass Sie Paul Brandenburg zustimmen. Es heißt: Haft vor dem Urteil darf kein Mittel gegen unbequeme Worte sein.

Das unterschreiben Sie „Ich halte es für falsch, dass in Deutschland Menschen wegen Äußerungen in Untersuchungshaft genommen werden. Untersuchungshaft ist dafür da, ein Verfahren zu sichern — nicht dafür, jemanden aus dem Weg zu schaffen. Ich fordere, dass Dr. Paul Brandenburg aus der Haft entlassen wird und sich in Freiheit vor einem Gericht verteidigen kann."

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Haintz legal Rechtsanwalts-GmbH
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Verwendungszweck 598-26

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Paul Brandenburg ist Arzt und Publizist. Was er macht, ist werbefrei und wird von seinen Lesern bezahlt — und läuft weiter, während er sitzt. Wer wissen will, wer dieser Mann ist, findet dort seine Texte und Videos.

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paulbrandenburg.com →

Beide Angaben stammen von den Betroffenen selbst: der Spendenaufruf vom Verteidiger, die Spendenseite von Paul Brandenburg. Diese Seite leitet nur weiter und nimmt selbst nichts entgegen.

Schreiben Sie ihm

Post ist im Gefängnis das, was von der Außenwelt übrig bleibt. Paul Brandenburg bekommt jeden Tag Briefe von Menschen, die er nicht kennt. Bis zum 3. November waren es 56. Er will jeden einzelnen persönlich beantworten.

Dr. Paul Brandenburg c/o Justizvollzugsanstalt Moabit Alt-Moabit 12a 10559 Berlin

Lesen, was andere zu diesem Fall schreiben — und selbst etwas schreiben →

Bitte beachten — nach den Hinweisen seines Anwalts: keine Pakete, unangemeldete Pakete darf er nicht annehmen. Wenn möglich Rückporto beilegen, er kommt zurzeit nicht an Briefmarken. Kein Bargeld. Gefangene sind telefonisch nicht erreichbar. Und: Die Briefe werden vor der Zustellung gelesen — schreiben Sie also, was Sie einem Menschen schreiben würden, und nichts, was für das Verfahren gedacht ist.

Quellen

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